Fallbschreibung
Das Eingangsröntgen dieses symptomatischen maxillären lateralen Inzisivus ergab eine große periapikale Läsion ohne sichtbare Begrenzungen. Die Morphologie des Wurzelkanals schien wie ein 'dens-in-dente' zu sein. Erste Entscheidung war, den Patienten zu einem Cone-Beam-CT zu schicken, um den Umfang der Läsion zu bestimmen und um die Kanalmorphologie im Detail zu kennen.
Die Läsion schien die bucco-kortikale Platte zu durchbrechen. Die Morphologie des Wurzelkanals stellte sich tatsächlich als 'dens-in-dente' Typ 3 nach Ohlers Klassifizierung heraus. Variationen dieser Morphologie sind in den axialen Querschnitten zu sehen.
Der Hauptkanal hatte koronal eine C-Form, die zum Mittelteil hin in einen runden Kanal um den Zahn herum überging. Nach apikal verschmelzen der Hauptkanal und der Kanal des Zahnes zu einem gemeinsamen Kanal. Der Kanal des Zahnes ist auf der ganzen Strecke rund, der koronale Teil ist ebenfalls mit Schmelz bedeckt. Diese Analyse veranlasste Dr. Salomonov, eine abweichende Instrumentierung zu wählen. Technik: im Hauptkanal setzte er das SAF System ein, weil es sich optimal an irreguläre Formen anpassen kann. Im Zahnkanal setzte er rotierende NiTi Standard-Instrumente ein.
Der Fall wurde in 2 Sitzungen mit Calcium Hydroxid - Zwischeneinlage behandelt. Obturation wurde in Kombinationstechnik (Hybrid) durchgeführt.
Die 6-Monate follow-up Röntgen (siehe Foto Gallerie) ergaben eine asymptomatischen Abheilungsprozess.
Über Dr. Michael Solomonov
Dr. Michael Solomonov, aus Tel-Aviv, Israel, ist Direktor des Endodontischen Spezialprogramms am Sheba-Medical-Center in Tel-HaShomer, Israel. Er ist Absolvent der Tel-Aviv University (1994) und eines Endodontologie - Spezialisierungsprogramms an der Hebrew University Hadassah (2003). Neben der Lehre hält Dr. Solomonov weltweit Vorträge und arbeitet in endodontischen Spezialpraxen.
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